C++ Workshop speziell für Einsteiger

In Zusammenarbeit mit Gaby Becker (Webgrrls) und Oliver Lauberger (Kulturnetz Frankfurt e.V.)  wollen wir ab Juni einen Programmierworkshop anbieten.
Der Workshop ist speziell auch an Einsteiger gerichtet, die bisher keine oder nur wenig Erfahrung mit Programmierung haben.
Im Workshop werden wir die Programmiersprache C++ verwenden, aber insbesondere auch allgemeine Grundlagen der Programmierung berücksichtigen, die auf andere Programmiersprachen übertragbar sind.
Der Workshop findet jeweils Samstags von 12.00 bis 18.00 Uhr im Nachbarschaftsbüro “Frankfurter Programm Aktive Nachbarschaft”, Westerbachstraße 29, 60489 Frankfurt am Main (Rödehlheim) statt. Der Start ist am 2. Juni.

Teilnahme

Jeder Teilnehmer braucht einen eigenen Computer (Linux, Windows, Mac OS X) mit den nötigen Softwaretools. Infos und Hilfe bei der Installation gibt es nach der Anmeldung.<

Für jeden Termin (ca. acht) fällt ein Teilnahmebeitrag von jeweils 10€ an.
Die Teilnehmeranzahl ist auf 8 begrenzt. Anmeldeschluss ist der 23. Mai.
Bei weiteren Fragen oder zur Anmeldung wende dich per E-Mail an Moriz Moxter mo@7tupel.net.

Leistungsschutzrecht für Verlage – oder wie CDU und FDP zurück ins Mittelalter wollen

Da steht man morgens auf und denkt sich nichts böses und kaum schaut man sich seine Feeds an und da hat man den Salat.

Koalition will Leistungsschutzrecht für Verlage einführen

Wie in einem Artikel auf SPON nachzulesen ist möchten CDU und FDP gerne ein Leistungsschutzrecht für Verlage einführen. Was heißt das genau?

Suchmaschinen als Konkurent?

Die verschiedenen Verlage haben heute neben ihren kostenpflichtigen Printversionen zumeist auch kostenlose online Angebote ihrer Inhalte. Über diese kostenlose Angebote machen die Verlage keinen Gewinn (von den oftmals geschalteten Werbeanzeigen mal abgesehen!). Jetzt gibt es aber Suchmaschinen wie Google. Wenn man bei Google nach einem aktuellen Thema sucht bekommt man als Suchergebnis auch Seiten von Verlagen angezeigt. So ein Ergebnis kommt meistens mit einer Überschrift und einem kurzen Auszug aus dem Artikel selbst daher. Auch Suchmaschinen verdienen heute üblicherweise ihr Geld über Werbeanzeigen. Das passt aber den Verlagen nicht. Schließlich kann es ja nicht sein, dass jemand anderes mit den Inhalten der Verlage (sprich: kurze Auszüge aus den Artikeln die bei Google zu sehen sind) Geld verdient.

Die Verlage wollen jetzt, dass kommerzielle Anbieter wie Google & Co dafür zahlen müssen, wenn sie auf ihren Suchmaschinen mit kurzen Auszügen aus den Artikeln auf die Artikel selbst verlinken.

technisch und politisch fragwürdig

Die Koalition hat jetzt in einer Sitzung beschlossen, dass man so ein Leistungsschutzrecht doch mal einführen könnte. Wirklich viele Gedanken scheinen sie sich dazu nicht gemacht zu haben. Auf der einen Seite steht die politische Fragwürdigkeit. Bei den kurzen Auszügen auf den Seiten der Suchmaschinen handelt es sich um ein Zitat des Artikels, der dem Verlag gehört. In Deutschland darf man eigentlich frei zitieren. Würde man hiermit dieses Recht auf ein freies Zitat nicht einschränken? Dazu kommt, dass nach der Koalition anscheinend eine Verwertungsgesellschaft ähnlich der GEMA eingeführt werden soll, die sich um die Einhaltung des Leistungsschutzrechtes kümmert. Das die GEMA bereits eine sehr fragwürdige Sache ist brauche ich hier nicht weiter zu erleutern (man denke nur an die GEMA-Vermutung).

Auf der anderen Seite steht natürlich noch die technische Realisierung. Wie soll man technisch realisieren, das ein Verlag von einer Suchmaschine Geld bekommt, wenn diese zu dem Angebot des Verlages verlinkt? Die Antwort ist einfach: garnicht. So ein Mechanismus wäre nur sehr schwer umzusetzen. Jeder kommerzielle Anbieter, der auf Inhalte von Verlagen verlinkt, müsste jeden Benutzer melden, der auf einen solchen Link klickt. (Btw, was ist eigentlich wenn ein Verlag auf das Angebot eines anderen Verlages verweist? Muss dieser dann auch zahlen?) Und was ist, wenn der Benutzer dem Link zwar nicht folgt, aber trotzdem von seiner Suchmaschine einen kurzen Auszug angezeigt bekommt? Muss die Suchmaschine dann trotzdem an den Verlag zahlen? Schließlich kann der Benutzer ja den Auszug sehen!

ins eigene Knie geschossen?

Abzuwarten bleibt, ob ein solches Leistungsschutzrecht tatsächlich eingeführt wird. Wenn dies der Fall ist, wäre es interessant zu sehen, wie die Betreiber kommerzieller Angebote reagieren, die zahlen müssten. Schön wäre natürlich, wenn Google & Co die Seiten der Verlage einfach aus ihren Suchmaschinen verbannen würden. Dann würden sich die Verlage schnell umschauen, wenn die Anzahl der Besucher auf ihren Onlineangeboten plötzlich rapide abnimmt. Damit würden die Verlage letztenendes einen Verlust machen, da die geringere Anzahl von Besuchern auch wieder geringere Einnahmen durch die auf den eigenen Seiten geschaltete Werbung bedeutet.

Fazit

Es bleibt abzuwarten, ob ein solches Leistungsschutzrecht tatsächlich eingeführt wird. Wenn dies der Fall ist, dann wird es interessant, sich die Umsetzung davon anzuschauen. Was machen dann eigentlich Betreiber von Suchmaschinen aus dem Ausland, die keinen Sitz in Deutschland haben? Sollen diese auch an die Verlage zahlen? Obwohl sie nicht dem deutschen Recht unterliegen?

O(nQuadrat) – Computer Architecture

In dieser Folge von O(nQuadrat), die gleichzeitig auch die erste richtige Folge ist, geht es um Computer Architecture.

Ich erkläre am Beispiel des eintakt MIPS Prozessors, wie ein Prozessor intern arbeitet und damit wie ein Computer funktioniert.

Dabei fange ich mit den Grundlagen des Binärsystems an und gehe über die elektrischen Grundlagen und den Bau von einfachen funktionalen Einheiten bis zur Implementierung eines einfachen Prozessors. Der Podcast ist so angesetzt, dass man auch ohne tieferes Hintergrundwissen versteht wovon ich spreche. Wer gerne tiefer in das Thema einsteigen möchte findet in den Shownotes weiterführende Links und Buchtipps.

Da es meine erste richtige Folge ist bitte ich kleine Schönheitsfehler zu entschuldingen und freue mich auf konstruktive Kritik.

 

O(nQuadrat)

Nach einer ganzen Weile bin ich jetzt auch endlich dazu gekommen mein kleines Podcastprojekt auch wirklich zu starten.

In dem Podcast werde ich teilweise alleine, teilweise mit Gästen, über verschiedene Themen aus der Informatik sprechen und versuchen diese so zu erklären, dass hinterher jeder weiß worum es da eigentlich geht.

Hier ist erstmal die “erste Folge” als Platzhalter. Die erste richtige Folge folgt dann in den nächsten Tagen.

Programmier Workshop im Cafe Müller

Auf Nachfrage wird es ab Februar im Cafe Müller einen regelmäßigen Programmierkurs/workshop geben. Die genauen Inhalte hängen von den Teilnehmern und deren Vorkenntnissen ab. Vorkenntnisse sind aber kein muss!
Teilnehmen können alle im Alter zwischen 16 und 27.
Das erste Treffen wird am Mittwoch den 25. Januar ab 19.00 Uhr stattfinden. Hier wird es zunächst um organisatorische Sachen gehen.

Der Kurs ist darauf ausgerichtet programmieren zu lernen. Das heißt wir werden zwar in erster Linie eine Sprache (Java oder C++) behandeln, das gelernte ist jedoch auf andere Sprachen übertragbar.
Die Teilnehmer müssen ihre eigenen Notebooks mitbringen, wir können leider keine Geräte bereitstellen (im Einzelfall bitte direkt an mich wenden). Unix/Linux ist von Vorteil aber kein muss.

Für Fragen bin ich über die üblichen Kanäle erreichbar.

Hackffm UserCon Januar 2012

Am nächsten Wochenende, dem 14. und 14. Januar findet im Museum für Kommunikation hier in Frankfurt erstmals die Januar Convention statt.

Im Rahmen der Con gibt es verschiedene Vorträge und Workshops. Der Samstag wird in erster Linie unter dem Thema “Kollaboratives Arbeiten und Lernen im Internet” stehen. Am Sonntag geht es dann in erster Linie um 3D Drucker und DIY( Do it Yourself).

Weitere Infos gibt es hier. Eine (kostenlose) Anmeldung ist noch bis Dienstag möglich.

 

 

 

 

Programm:

Samstag, 14. Januar ab 12.00 Uhr

Filmsaal: 12:00 Eröffnung und Begrüßung

Filmsaal: 12:30 Vortrag über das “neue Lernen” im Internet (Cornelie Picht, webgrrls)

Filmsaal: 14:00 Netzaktivisten helfen Bloggern in Tunesien, Jemen und Ägypten (Stephan Urbach, AUGE Gast)

Filmsaal: 15:30 Tools zum collaborativen Arbeiten (Martina Rüdiger und Jürgen Thau, AUGE e.V.)

Filmsaal: 17:00 Neue Medien in Schule und Erwachsenenbildung: Claudia Bremer, Geschäftsführerin studiumdigitale, (zentrale eLearning Einrichtung d. JWG-Uni FFM)

18:15 Keynote: Dr. Verena Kuni, Professorin am Institut für Kunstpädagogik an der Goethe Universität Frankfurt.

TüftlerLab: 14.30 LaTeX – Professionell Dokumente erstellen – Workshop, Laptop mitbringen (Klaus Neuschwander, Hackerspace)

TüftlerLab: 17.00 Podcasting – Die Radiosendung am heimischen Computer – Workshop (Jan Eggers, Moritz Moxter, 2 Stunden)

Sonntag, 15. Januar ab 11.30 Uhr

Filmsaal: 11.30 Uhr Vortrag: Desktop Manufacturing – CNC im Privathaushalt angekommen (Marcus Link, AUGE/Hackerspace)

Filmsaal: 12.00 Uhr Präsentation: 3D Drucker – Darwin, Mendel, Mendel Prusa, Huxley, Orca, Makerbot – Ein Überblick der 3D Drucker Evolution (AUGE/Hackerspace)

Filmsaal: 14.00 Uhr Arduino – Die gesteuerte Open Design Revolution (Axel Föhr, Hackerspace)

Filmsaal: 14.45 Uhr Arduino Literatur auf dem Prüfstand (Frank Kühnel, AUGE)
Filmsaal: 15.45 Uhr OpenSimulator (Tom Steigerwald, AUGE Gast)

TüftlerLab: 14.30 Uhr Demonstration/Workshop: CAD für Einsteiger – Art of Illusion (Volker Kühn, Hackerspace)

TüftlerLab: 15.00 Uhr Vive les Robots! – Wir bauen uns einen Bristlebot (Jochen)

TüftlerLab: 15.30 Uhr Drawbot – 2D Zeichnen mit Processing (Parallel zum Bristlebot Workshop, Axel Föhr, Jochen)

TüftlerLab: 17.00 Uhr 3D Drucken – Live- mit dem Prusa Mendel – Live – (Steffen Jendrusch, Hackerspace Gast)

 

Das Frankfurter Schulnetz – Zensur für die Schüler

Schüler und Lehrer kennen das Problem. Immer wieder kommt es vor, dass man Computer im Unterricht einsetzen möchte, aber dann scheitert es an der schlechten Ausstattung der Schule.

veraltete Hard-und Software

Oft sind Schulen nur begrenzt mit Computern ausgestattet und auch die sind meist veraltet. Computer die älter sind als 5 Jahre sind keine Seltenheit. Und da meistens die günstigsten Computer angeschafft wurden, sind diese nach 5 Jahren quasi nicht mehr zu gebrauchen. Für aktuelle Software sind die Computer zu langsam, veraltete Software ist auf der Tagesordnung.

Aus meinen persönlichen Erfahrungen, sowohl früher als Schüler, wie auch jetzt als AG-Leiter und Vertretungslehrer, kann ich nur sagen, dass ich öfters mit Fluchen beschäftigt bin als mit irgendetwas anderem.

Die Schulen die ich kenne arbeiten bis auf eine Ausnahme mit reinen Windows Systemen, sowohl was die Computer für Schüler und Lehrer angeht, als auch die Server dahinter. Und natürlich haben die Computer kein aktuelles Windows installiert, sondern noch ein altes Windows XP oder 2000.

Grund für die veraltete Hardware ist einerseits das Budget der Schulen. Kaum eine Schule kann es sich leisten, sich regelmäßig neue Computer zu kaufen. Und wenn eine Schule neue Computer bekommt, dann kann sich die Schule nicht das aktuelle Spitzenmodell kaufen, sondern nur das low prize Gerät, dass nach 5 Jahren natürlich mehr als veraltet ist. Und dazu kommt noch, dass die Schulen in den wenigsten Fällen selbst entscheiden können, meistens wird von der Stadt oder dem jeweiligen Schulamt entschieden, welche Hardware angeschafft wird. Und die Leute die dort die Entscheidung treffen haben selten mehr als reines Anwenderwissen im Bezug zum Computer. Und bei Beträgen höher X muss eine öffentliche Ausschreibung stattfinden und hier gewinnt natürlich der mit dem günstigsten Angebot – und der schlechtesten Hardware.

Leider herrscht bei den Behörden nach wie vor die Meinung, dass Windows das System der Wahl sei. Dabei könnte man eine ganze Menge Geld sparen, würde man einfach auf ein Linux umsteigen – das gibt es kostenlos. Ganz davon abgesehen, dass Linux meistens mit weniger Resourcen zufrieden ist als Windows. Ganz davon abgesehen ist die Wartung von Linux Systemen deutlich angenehmer und günstiger.

Technischer Ansprechpartner? 

Und damit sind wir auch gleich schon beim nächsten Punkt. In den wenigsten Schulen gibt es eine Person, die für die Wartung der Computer zuständig ist und die sich damit auch auskennt. Oft wird diese Aufgabe auf einen Lehrer abgewälzt, der hierzu eine zusätzliche Wochenstunde (45 Minute) bekommt. Einerseits haben diese Lehrer oft wenig bis keine Erfahrung, um diese Aufgabe sinnvoll zu erfüllen. Und 45 Minuten pro Woche sind ein absoluter Witz. Damit kommt man einfach nicht hin! Und auch in den wenigen Schulen in denen es einen sog. Technischen Assistenten gibt, ist die Situation nicht besser. Die meisten dieser Technischen Assistenen kommen noch aus einer Zeit, in der es noch keine Computer in Schulen gab. Sie sind in der Lage Kopierer und Overhead Projektoren zu reparieren, aber bei Computern versagen sie (leider).

Eigener Benutzer?

In manchen Schulen hat jeder Schüler seinen eigenen Benutzeraccount. Man kann sich von jedem beliebigen Computer einloggen und immer auf seine Daten zugreifen. Die werden im Netzwerk gespeichert, meistens mit einem Limit, damit nicht ein einzelner Benutzer den kompletten verfügbaren Speicher belegt.

Aber es gibt auch viele Schulen, in denen es genau einen Benutzeraccount für alle Schüler gibt. Der heißt dann “schueler” mit einem ebenso einfallslosen Passwort. Manchmal ist der Benutzeraccount über eine Domäne verfügbar, manchmal auch nur lokal. Aber eine Eigenschaft haben beide gemeinsam: Man kann keine Daten speichern. Die einzige Möglichkeit seine Daten aufzubewahren ist der mitgebrachte USB Stick. Dazu muss man erstmal unter den Tisch kriechen, denn die alten Computer haben vorne meistens keinen USB Port. Und manchmal kann man “aus Sicherheitsgründen” keine USB Geräte an den Computer anschließen. Die einzige Möglichkeit die bleibt ist sich die Daten via eMail zu schicken – eine sehr langsame und unkomfortable Lösung.

An solchen Computern kann man nicht arbeiten! Egal ob als Schüler oder Lehrer, wenn man am Computer arbeitet, dann arbeitet man mit Daten. Wenn man diese nicht speichern kann um zu einem späteren Zeitpunkt wieder darauf zugreifen zu können, dann hat es keinen Sinn überhaupt anzufangen.

Oft werden die Computer auch durch sog. Wächterkarten überwacht. Diese spezielle Hardware setzt den Computer bei jedem Start auf vorher definierte Standarteinstellungen zurück. Nervig und meist unnötig. Es gäbe andere Möglichkeiten (siehe unten).

Privacy

In Frankfurt kommt zu allem Überfluss noch dazu, dass die Schulen über das Stadtnetz mit dem Internet verbunden sind. Und das Stadtnetz ist gelinde gesagt ein Ärgernis.

Die einzige Möglichkeit über das Stadtnetz auf das Internet zuzugreifen ist ein Proxy. Dieser akzeptiert natürlich nur Port 80. Alle anderen Verbindungen (SMTP, IMAP, POP, SSH, FTP, HTTPS, DNS, …) sind gesperrt. Gerade bei https-Verbindungen ist dies besonders kritisch. Es ist nicht möglich aus dem Schulnetz heraus direkt verschlüsselt auf Websiten zuzugreifen! Es gibt nur die Möglichkeit eine https Verbindung über einen nicht näher spezifizierten Proxy aufzubauen, dessen Vertraulichkeit man nicht kennt.

Lösungen

Viele dieser Probleme könnte man einfach lösen würde der bürokratische Apparat Schule nicht jede Menge Steine in den Weg werfen:

Hardware

Das wahrscheinlich am schwersten zu lösende Problem sind die veralteten Computer. Hardware kostet Geld, daran führt leider kaum ein Weg vorbei. Besonders dann, wenn man Computer anschaffen möchte, die nicht bereits zu dem Zeitpunkt veraltet sind. Eine gute Möglichkeit wäre hier direkt mit Firmen zu kooperieren. Nicht selten kommt es vor, dass Firmen gute Hardware aussortieren sobald sie abgeschrieben ist. Gerade Firmen die Workstations mit hoher Performance brauchen sortieren auch mal einen alten Quadcore Computer aus, den es dann für wenig Geld zu kaufen gibt. Diese gebrauchte Hardware wäre deutlich besser als die meisten Computer, die heute in den Schulen stehen (eine Pentium IV Maschine ist hier üblicherweise schon wirklich toll).

Software

Anstelle auf Windows Systeme zu setzen wäre es sehr viel besser auf Linux basierte Systeme zu setzen. Linux hat in den letzten Jahren viele Fortschritte gemacht, was die Usability betrifft. Moderne Systeme wie z.B. Ubuntu kann man einfach via Graphischer Oberfläche bedienen. Alle Schulrelevanten Programme (Office-Software, Webbrowser, Programmierung, etc) gibt es in komfortablen Versionen auch für Linux. Und wie das Betriebssystem kosten auch sie kein Geld.

Neben den quasi nicht vorhandenen Kosten haben Linux basierte Systeme noch den Vorteil, dass sie ohne komplizierte Antivieren Software auskommen – eine der großen Performance Bremsen auf Windows Systemen. Wenn man auf Computer Sicherheit bedacht ist, dann ist Linux eine gute Wahl.

Netzwerk

Um jedem Schüler (und Lehrer) ein komfortables Arbeiten am Computer zu ermöglichen, sollte jeder einen eigenen Benutzeraccount haben. Technisch ist das sehr einfach zu realisieren. Neben den Client Computern, an denen man arbeitet, braucht man noch einen Server. Alle Benutzer werden dann zentral auf diesem Server gespeichert und von diesem verwaltet. Jeder Benutzer bekommt eine Menge von Speicher zugeordnet, den er frei benutzen kann. Der Benutzer kann sich dann an jedem Computer in der Schule anmelden und auf seine Daten zugreifen.

Das Client-Server basierte Modell hat den großen Vorteil, dass alle Daten zentral verwaltet werden. Der Administrator muss eventuelle Updates nicht auf jeden Computer manuell einspielen, sondern kann dies zentral erledigen. Das spart Zeit und Geld. Dazu kommt noch die Möglichkeit einfach und effektiv Backups anzulegen.

Administration

Die Administration sollte durch entsprechende Fachkräfte stattfinden. Da sich nicht jede Schule eine komplette Stelle für eine solche Fachkraft leisten kann und meistens auch keine volle Stelle pro Schule nötig ist, kann man mehreren Schulen eine Stelle zuordnen. Ein Administrator könnte ca. 3-5 Schulen betreuen, abhängig von deren Größe. Auf diese Art könnte man die Kosten reduzieren und gleichzeitig die Qualität verbessern.

Sinnvollerweise sollten diese Schulen auch räumlich nahe zusammenliegen, damit man schnell von einer Schule zur anderen kommt. Der Administrator sollte in einer der Schulen ein festes Büro haben und zu festen Zeiten vor Ort in den einzelnen Schulen eine Sprechstunde habe. Den Großteil der Zeit kann er so auf die einzelnen Schulen aufteilen, wie der aktuelle Bedarf ist.

Fazit

Es ist noch viel zu tun, bis unsere Schulen auf dem aktuellen Stand der Technik angekommen sind und auch die Schulämter einsehen, dass es so nicht weitergehen kann. Bis dahin kann man versuchen das Thema an der eigenen Schule anzusprechen um wenigstens lokal eine Verbesserung zu erreichen.

Porno Verbot in Großbritannien

Frisch in den Medien wurde heute über den Plan des Britischen Premierministers Cameron berichtet. Porno via Internet wird in Großbritannien in Zukunft nur noch auf expliziten Wunsch erreichbar sein.

Cameron hat mit den vier größten britischen Internetprovidern (BT, Sky, TalkTalk und Virgin) ein abkommen getroffen, dass diese in Zukunft pornographische Inhalte über entsprechende Filtermaßnahmen blockieren. Einzige Ausnahme, der Kunde verlangt explizit beim Provider, dass er weiter auf pornographische Inhalte zugreifen darf. Das Abkommen ist wohl eine Reaktion auf einen Bericht über die Sexualisierung von Jugendlichen.

Man kann über Pornographie denken was man möchte. Aber jedem Menschen sollte es freigestellt sein, ob er Pornographie konsumieren möchte oder nicht. Ausgenommen natürlich rechtswidrige Inhalte wie Kinder”pornograpie”.

In GB werden also in naher Zukunft etwa 30-40% des Internets erstmal nicht erreichbar sein. Klingt ganz nach Zensur. Auch das Argument, man könnte per Antrag beim Provider die Sperre entfernen lassen, beruhigt mich nicht. Hart formuliert könnte man sagen, man muss sich eine “Wichsgenehmigung” beim Provider holen – eine tolle Vorstellung beim Provider als “er will Porno, er ist ein Wichser” registriert zu sein. Das kann man sicher auch bei Sexualstrafverfahren irgendwie nutzen. Mal schauen, wann die CDU auf die Idee kommt das auch bei uns einzuführen.

Mein lieber Cameron, mein liebes GB. Das ist eine ganz dumme Idee. Ihr habt auch jetzt schon genug Probleme mit kriminellen Jugendlichen. Denkt ihr etwa das wird besser, indem ihr versucht der Jugend ihre Pornos wegzunehmen? Wohl kaum. Da bleibt mir nur noch ein Zitat und der Hinweis auf den Film “V for Vendetta“:

Remember, remember the fifth of November
The gunpowder, treason and plot.
I know of no reason why the gunpowder treason
Should ever be forgot

Artikel auf Spiegel.de

Der Bundestrojaner – oder auch wie man es nicht macht

Es ist schon eine Weile Herr, dass Wolfgang Schäuble den “Bundestrojaner” angepriesen hat. Zur Erinnerung, der Bundestrojaner ist ein Stück Malware, dass von unserer Regierung bewilligt und entwickelt wurde, offiziell um Verbrechen besser aufklären zu können. (Zur Quellen TKÜ)

Der Bundestrojaner wird dazu von einer entsprechenden Behörde auf dem Computer des Verdächtigen heimlich installiert. Dort wartet der Trojaner dann auf Anweisungen, die er via Internet bekommt.

Die Notwendigkeit für einen solchen Trojaner sah Schäuble u.a. darin, dass im Zeitalter des Internets die (verbale) Kommunikation nicht mehr nur über Telefon, sondern auch über das Internet (zb. mit VOIP, Skype, …) stattfindet. Im Gegensatz zu dem klassischen Telefon, ist es hier relativ einfach den Gesprächsinhalt zu verschlüsseln. Da es auch für Behörden wie das BKA und den BND nicht möglich ist eine starke Verschlüsselung zu knacken, muss man das Gespräch vor der Verschlüsselung / hinter der Entschlüsselung abgreifen. Das kann der Bundestrojaner machen.

Aber leider kann der Bundestrojaner noch viel mehr als das. Neben dem mithören beim Skypen kann man noch den Bildschirminhalt des Opfers mitlesen, beliebige Programme unbemerkt installieren, Dateien durchsuchen und sogar neue Dateien auf den Computer übertragen.

Es ist also ohne weiteres möglich, zusätzliche Spionagesoftware zu installieren, um z.B. auch noch auf die Webcam zugreifen zu können. Damit wird der Computer zur ultimativen Wanze. Im schlimmsten Fall könnte man dem Opfer sogar Beweise unterschieben. Auch wenn ich das einer Behörde wie dem BKA nicht unterstellen möchte, bleibt die Möglichkeit, dass ein Beamter korrupt ist und sich bestechen lässt o.ä.

Aber nicht nur das der Bundestrojaner sehr viel mehr kann als bekanntgegeben wurde und damit auch mehr als er rechtlich darf, nein er hat auch gleich noch eine ganze Reihe von Fehlern. Die Kommandos um den Trojaner fernzusteuern werden nicht etwa verschlüsselt übertragen, wie man vielleicht denken würde. Nein, sie werden im Klartext übertragen und es findet keine Authentifizierung statt. Das bedeutet, jeder kann dem Bundestrojaner Kommandos schicken. Ein wahres Paradies für jeden böswilligen Angreifer.

Auch die Inhalte, die vom Opfer zu dem Angreifer übertragen werden, sind nur rudimentär geschützt. Die sind zwar verschlüsselt, aber der Schlüssel ist bei allen Instanzen des Bundestrojaners gleich. D.h. wenn es einmal gelingt den Schlüssel zu bekommen, dann kann man alle eingesetzten Bundestrojaner potentiell missbrauchen. Dazu ist der Schlüssel auch noch “hartgecodet”, d.h. er ist fest im dem Bundestrojaner verwurzelt und kann nicht aus der Ferne geändert werden, falls er kompromittiert wurde. Und natürlich wurde der Schlüssel bereits ausgelesen und veröffentlicht (siehe Link unten).

Das widerspricht nicht nur dem gesetzlichen Rahmen, der dem Bundestrojaner eingeräumt wurde, sondern auch aller Vernunft. Und zu allem Überfluss sprechen die einzelnen Instanzen des Bundestrojaners nicht direkt mit den entsprechenden Behörden, sondern mit einem Server in den USA. Und damit unterliegt die Datenkommunikation die über diesen Server läuft Amerikanischen Recht. Ein gefundener Leckerbissen für NSA, CIA und alle anderen.

Wenn man denkt, man muss ein Experte sein, um diese ganzen Schwachstellen ausnutzen zu können, dann liegt man (leider) falsch. Der CCC hat ein einfaches Tool veröffentlicht, über das man den Bundestrojaner bequem per Mausklick sagt, dass er jetzt bitte ein Foto vom Bildschirm macht o.ä. Es könnte nicht einfacher sein.

Liebe Regierung, ihr seid nicht nur unfähig, sondern ihr verarscht uns alle. Wenn ihr auch nur einen Funken Selbstachtung hättet, dann würdet ihr alle miteinander zurücktreten. Aber wir wissen ja, dass ihr das nicht freiwillig tun werdet. Ein hoch auf die Demokratie in unserem Land.

http://ccc.de/de/updates/2011/staatstrojaner