Classmind – Informationsmanagement für Ihre Schule

Ich hatte vor einiger Zeit bereits über eines meiner Projekte geschrieben. In diesem Projekt geht es um die Entwicklung einer modernen und flexiblen eLearning-und Verwaltungsplattform für Schulen. Classmind unterstützt neben klassichen eLearning Komponenten (Aufgaben, Arbeitsmaterial, Kommunikation, …) die Schule bei der Verwaltung.

Die Lehrerinnen und Lehrer profitieren von modulen wie einem digitalen Klassenbuch (Verspätungen, Fehlstunden, …), einem Modul zur Notenverwaltung und natürlich der Arbeitsersparnis durch die eLearning Plattform.

Auch die Schulleitung profitiert von der schnelleren und komfortableren Notenverwaltung, die u.a. auch das automatische Erstellen und Drucken von Zeugnissen am Schuljahresende ermöglicht.

Nicht zuletzt profitieren natürlich auch die Schüler von Classmind. Dazu gehören ein individueller Stundenplan, der automatisch über Ausfälle und Änderungen informiert, eine Übersicht der eigenen Leistungen, die für mehr Transparenz sorgt, und natürlich alle Vorteile der eLearning Plattform wie dem Frage-und Diskussionsmodul für Aufgaben und Arbeitsmaterial.

Classmind ist von der internen Architektur so aufgebaut, dass eine Schule nach Bedarf weitere Module zu dem Kernsystem dazubuchen kann. Das können z.B. Module für Kurswahlen, Lehrmittelverwaltung oder Stundenplanverwaltung sein. Es ist denkbar, dass es zu einem späteren Zeitpunkt auch für Drittanbieter eine Möglichkeit geben wird Module für Classmind zu entwickeln.

Neben den Aspekten der einfachen und übersichtlichen Bedienbarkeit, der Modularität und Flexibilität legen wir einen besonderen Focus auf die Einhaltung des Datenschutzes. Hierzu arbeiten wir seit Herbst des letzten Jahres mit dem Hessischen Datenschutzbeauftragtem zusammen. Dieser unterstützt uns in Fragen Datenschutz, damit wir alle Vorgaben und Regelungen einhalten, die für die Verarbeitung von Pädagogischen-und Verwaltungsdaten gelten. Entsprechend fallen auch unsere technischen Maßnahmen aus: Vollverschlüsselte Datenübertragung, Rollenbasierte Zugangskontrolle und in der Zukunft Zwei-Faktor Authentifizierung für besonders sensible Daten, die derzeit noch nicht erhoben werden.

Zum aktuellen Zeitpunkt befinden wir uns in einem Pilotprojekt mit einer Schule, dass auch von HDSB begleitet wird. In dieser Pilotphase testen wir Classmind im realen Schuleinsatz, um Fehler zu beseitigen. Parallel dazu erweitern wir Classmind um weitere Funktionen. Dabei haben alle Teilnehmer der Pilotphase, aber auch sonstige Lehrerinnen und Lehrer sowie Schüler, die Möglichkeit mitzubestimmen, welche Funktionen Classmind in Zukunft bekommen soll.

Ab dem Sommer wird Classmind im begrenzten Umfang für weitere Schulen zur Verfügung stehen. Wir werden uns dann zunächst auf wenige Schulen konzentrieren (~5-10) um auch weiterhin guten Support leisten zu können.

Ein Closed Beta Zugang ist auf Anfrage möglich.

Die erste Frage der Kollegin

Die erste Frage einer neuer Kollegin an meiner Schule war, wie man denn die Überwachungssoftware der Schulcomputer findet und wie man sie benutzt.

Ich finde es ja gleichsam erstaunlich, erschreckend und traurig, dass gerade neue Lehrerinnen und Lehrer die frisch von der Uni kommen als erstes danach fragen, wie man denn die Computer überwacht, an denen die Schüler arbeiten. Natürlich hat man als LehrerIn ein Interesse daran, dass die Schüler im Unterricht am Computer nicht nur auf Facebook oder Youtube unterwegs sind, sondern tatsächlich auch etwas arbeiten. Ich war bloß bisher der Meinung, man würde als LehrerIn in der pädagogischen Ausbildung lernen, mit solchen Situationen umzugehen, indem man die Schüler zum arbeiten motiviert. Nicht dass man die Schüler überwacht. Es ist traurig, dass stattdessen ein “wir müssen den Schüler mit dem komischen Internet auf die Finger schauen” rauskommt.

P.S. Eine solche Software gibt es in meinem Netzwerk nicht und solange ich hier BOFH bin wird es das auch nicht geben.

Sparangebot für Schulen – oder auch “wie ziehe ich meinem Kunden Geld aus der Tasche”

Man hört ja immer wieder, dass Windows Lizenzen Geld kosten. Man hört auch, dass Schulen meistens kein Geld für Investitionen in ihre IT haben. Glücklicherweise haben sich ein paar schlaue Menschen zusammengesetzt und in einem Rahmenvertrag ein Sparmodel erarbeitet, damit Schulen beim Kauf von Windows Lizenzen Geld sparen. Das sieht dann so aus:

Wenn ich normale Win 8 Pro Lizenzen kaufe (Win 7 Pro Downgrade inklusive) liege ich bei ca. 90€ pro Platz. Bei 40 Plätzen wären das dann 3600€. Einmalig. Ist nicht gerade billig.

Aber glücklicherweise gibt es ja ein Sparangebot!

Ein Rahmenvertrag mit Microsoft mit einem gewissen Institut über die die Schulen hier die Lizenzen beziehen können sieht vor, dass teilnehmende Schulen vergünstigte Lizenzen bekommen. Klingt super.
Eine Lizenz für Win7 Pro kostet dann pro Platz nur noch 50€, also knapp die Hälfte. Pro Jahr. Dafür kann man auf das jeweils aktuelle System updaten, ohne das neue System komplett bezahlen zu müssen. Allerdings kann ich wenn ich 40 Computer habe nicht sagen, ich brauche 40 Lizenzen. Nein, ich muss für fast doppelt so viele Plätze zahlen, da sich die Platzanzahl nicht nach den eigentlichen Installationen richtet, sondern nach einem seltsamen Schlüssel, der die Anzahl der unterrichtenden Lehrer und der in der Schulverwaltung Angestellten als Basis nimmt. Würde dann etwa 3500€ machen. Pro Jahr. Und selbstverständlich ist eine Lizenz nicht übertragbar und darf nicht weiterverkauft werden.
Achja, und das gilt nur, wenn man bereits eine andere Windows Lizenz gekauft hat. Sonst muss man pro Lizenz nochmal eine einmalige Gebühr bezahlen, die einen dann zur Nutzung des Spaarabos berechtigt. Wären in diesem Fall dann nochmal etwa 800€ (einmalig).

Nehmen wir an, dass die 40 Lizenzen vier Jahre lang betrieben werden. Wir kämen dann bei dem Sparmodel auf 14.000€ für die vier Jahre. Bei Lizenzen aus dem Supermarkt zahlen wir in den vier Jahren teure 3600€.

Kann man sich auch so vorstellen, als müsste ich mit einen 1er BMW kaufen, um dann einen 3er BMW mieten zu können, wobei die Jahresmiete dem halben Neupreis des 3er BMWs entspricht. Und natürlich muss ich auch gleich noch einen BMW für meine Frau, meine beiden Kinder (2 und 4 Jahre alt) und meine Schwiegermutter (92, blind und taub, unaustehliche Schreckschraube) dazu mieten (nicht zu vergessen die 1er BMWs die ich vorher noch kaufen muss!). Und selbstverständlich darf ich die Autos nicht weiterverkaufen, da diese explodieren, wenn ein nicht autorisierter Fahrer versucht diese zu starten.

Natürlich könnte das Sparmodel dann günstiger werden, wenn ich sehr viele Lizenzen brauche. Denn dann zahle ich ja trotzdem nur 72 mal den Grundbetrag und nicht pro Installation. Rechnen wir das einmal hoch. Ich gehe für die Rechnung von folgenden Parametern aus (persönlicher Erfahrungswert):

  1. Auf je 15 Schüler kommt ein Lehrer
  2. Auf je 100 Schüler kommt ein weiterer Verwaltungsangestellter (Sekretärin, Hausmeister, Schulpsyschologe, …)
  3. auf je 10 Schüler kommt ein Schul-PC
  4. Pro Supermarkt Lizenz 90€ bzw. 50€ beim Sparmodel

Dann kommt man darauf, dass bei einer erwarteten Laufzeit von 4 Jahren das Sparangebot in jedem Fall mindestens doppelt so teuer ist, wie der “Supermarktpreis”.  Hat man eine heterogene Umgebung, bei der ein Teil der PCs unter Linux o.ä. lauft, dann geht die Differenz noch viel weiter auseinander. In dem o.g. Beispiel sind das immerhin 3600€ zu 14.000€. Das macht eine Differenz von 10.400€!

Rechnet man weiter und berücksichtigt Updates des Betriebssystems, dann sieht die Situation wie folgt aus: Im Schnitt gibt es alle 2-3 Jahre ein neues Windows System. Wenn man annimt, dass das neue System im Supermarkt genau so viel kostet wie das vorherige (immer 90€ ) und man alle zwei Jahre das System erneuert, dann liegen die Kosten des Sparmodels und dem einfachen Kaufen der Lizenzen im Supermarkt etwa auf dem gleichen Level (das Sparmodell ist immer noch 10% teurer).
Nun ist es allerdings sehr unwahrscheinlich, dass eine Schule immer sofort nach dem Erscheinen eines neuen Betriebssystems aktualisiert. Gründe hierfür sind manigfaltig: Inkompatibilität mit verwendeter Software, unzureichende Hardware für ein neues System, Gewohnheit, Kinderkrankheiten eines neuen Systems, …). Wenn man diesen Faktor mit betrachtet, dann wird praktisch keine Schule die Möglichkeit der regelmäßigen, “kostenfreien” Updates in Anspruch nehmen.

Wenn man all dies betrachtet, dann ist das “Sparangebot” eine reine Abzocke.

eLearning als Ergänzung zum Schulunterricht

Aus gegebenen Anlass möchte ich gerne ein paar Zeilen über ein Projekt schreiben an dem ich mit zwei Kollegen seit ein paar Monaten arbeite: Eleanor.

Eleanor ist der Arbeitstitel für eine eLearning Plattform. Nun gibt es bereits eine ganze Reihe an verschiedenen Lösungen die alle eine eLearning Plattform bereitstellen. Moodle, Olat und Ilias sind nur drei relativ bekannte Vertreter einer ganzen Familie von Produkten. Alle Lösungen haben ihre eigenen Stärken und Schwächen. Alle diese Plattformen haben jedoch eins gemeinsam: sie sind auf den Einsatz in der Hochschule konzipiert.
Nun kann man diese Plattformen natürlich auch in der Schule einsetzen. Möchte man nur die verschiedenen Kurse (=belegte Unterrichtsfächer) online nachbilden und über diese virtuellen Klassenräume beispielsweise Unterrichtsmaterial bereitstellen sind diese Lösungen ausreichend. Möchte man jedoch darüber hinaus auch verschiedene Verwaltungstätigkeiten die in der Schule anfallen über diese Plattformen abwickeln so ist das meistens nicht möglich oder mit einem hohen Aufwand verbunden.

Mit Eleanor wollen wir diese Lücke schließen. Neben dem althergebrachtem virtuellen Klassenzimmer – ein konservatives Modell – bringen wir eine Reihe von neuen Konzepten und Möglichkeiten in den Schulalltag.

Das versprochene Ziel von Eleanor ist die Verbesserung der Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern sowie zwischen Lehrern. Dabei versuchen wir nicht ein schulinternes Soziales Netzwerk zu schaffe. Soziale Netzwerke gibt es genug. Und weder Schüler noch Lehrer wollen außerhalb des Unterrichts viel Zeit in einem uncoolen Schulsystem verbringen. Deshalb reduzieren wir die nötige Interaktion mit Eleanor auf ein Minimum. Eleanor läuft im Hintergrund und unterstützt Schüler und Lehrer bei ihrer Arbeit ohne dabei aufdringlich zu werden. Sowohl für Schüler als auch für Lehrer wird Eleanor den Schulalltag erleichtern, insbesondere Lehrer die zusätzlich zum Unterricht noch verschiedene Verwaltungsaufgaben in der Schule haben.

Eleanor ist wie viele andere eLearning Lösungen eine Webapplikation. Hierdurch erreichen wir eine maximale Kompatibilität mit den verschiedenen Betriebssystemen. Da Eleanor auf unseren Servern betrieben wird muss sich der Nutzer nicht mit technischen Fragen auseinander setzen. Wenn ein Server nicht richtig funktioniert, dann wird er von uns schnellstmöglichst ersetzt. Im Idealfall merken die Nutzer hiervor garnichts.
Damit alle Daten die mit der Zeit anfallen möglichst sicher sind nutzen wir keine große Cloudlösung bei der Server weltweit verteilt sind, sondern setzen auf eine in Deutschland betriebene Infrakstruktur.

Noch möchte ich nicht zu genau auf die einzelnen Details und Funktionen von Eleanor eingehen. Hierzu wird sehr bald die Gelegenheit kommen da wir uns stetig der ersten stabilen Version nähern (das erste Release ist für Ende dieser Woche geplant).

Eleanor ist keine freie Software. Wir haben uns bewusst hierfür entschieden. Auf diese Weise können wir selbst entscheiden wie wir Eleanor weiterentwickeln (wir haben sehr konkrete Pläne für die Zukunft) und wir können garantieren, dass eine Weiterentwicklung auch wirklich stattfindet. Zusätzlich können wir nur so einen entsprechenden Service und eine kurze Reaktionszeit bei Problemen und Bugs anbieten.

Auch nach dem ersten Release wird Eleanor noch nicht für den Produktivbetrieb zur Verfügung stehen. Da wir eine hohe Qualität garantieren wollen werden zunächst nur wenige Schulen an einer geschlossenen Beta Phase teilnehmen.

Wir haben zwar sehr konkrete Vorstellungen in welche Richtung sich Eleanor entwickeln soll, dennoch nehmen wir gerne Wünsche und Vorschläge für Änderungen und Ergänzungen an. Hierdurch können wir eine optimal an den Schulalltag angepasste Lösung schaffen. Daher kooperieren wir bereits seit dem ersten Entwicklungstag mit Lehrern und Schulen, um nicht an der Relität vorbei zu entwickeln.

Wer sich für die Teilnahme an der Beta Phase interessiert, egal ob Sie eine Schule repräsentieren oder privat interessiert sind, kann gerne per E-Mail Kontakt mit mir aufnehmen.

Programmieren in der Schule

Heute ist es in der Schule üblich im Informatikunterricht in der Oberstufe den Schülern eine Programmiersprache beizubringen. Ich selbst durfte Delphi lernen, an anderen Schulen wird Java oder Python gelehrt. Aber welche Programmiersprache ist am besten dafür geeignet in der Schule gelehrt zu werden?

Delphi

Die Programmiersprache Delphi basiert im Ursprung auf Pascal, einer in den frühen Siebzigern entwickelte Programmiersprache. Pascal wurde zu seiner Zeit extra mit dem Fokus entwickelt eine Lehrsprache zu sein: Pascal war einfach zu erlernen.
Das heutige Delphi (auch Object Pascal) erweitert das prozedurale Pascal um Objektorientierung und andere Features.
Auch Delphi ist für einen Anfänger leicht zu erlernen. Der große Nachteil: Delphi ist auf Windows beschränkt. Mit Kylix gibt es zwar auch die Möglichkeit Delphi unter Linux zu verwenden, allerdings nicht nativ sondern nur über eine Virtuelle Maschine.
Die Bedeutung von Delphi außerhalb des Lehrumfeldes ist eher gering (derzeit Platz 15 im Tiobe Index mit Tendenz nach unten) und das moderne Delphi konzentriert sich auf das .NET Framework von Microsoft und ist damit wieder nur unter Windows Betriebssystemen sinnvoll einsetzbar.
Insgesamt halte ich Delphi auf Grund dieser Einschränkungen nicht mehr für eine zeitgemäße Programmiersprache zur Lehre in Schulen.

Python

Die dynamische Programmiersprache Python hat in den letzten Jahren große Verbreitung erfahren. Python hat keine statischen Variablen, für den Programmieranfänger sicherlich eine Erleichterung. Andererseits kommt man schnell in die Versuchung Variablen unterschiedlicher Typen durcheinander zu werfen.
Python unterstützt sowohl die prozedurale als auch die objektorientierte Programmierung, sogar funktionale Programmierung wird unterstützt.
Auf Grund der Syntax wird der Schüler von Anfang an dazu gezwungen saubere Einrückungen im Code zu machen und nicht wie Kraut und Rüben zu programmieren. Python bietet dazu eine große Anzahl an Bibliotheken für sehr viele Bereiche.
Der Python Interpreter gibt dem Programmierer detailierte Informationen für das Debugging. Besonders für Programmieranfänger ist das Wünschenswert.
Zugute kommt noch, dass Python Plattformunabhängig und freie Software ist.

PHP

PHP, Sünde oder Segen? Die Sprache PHP ist eine besonders im Bereich der Webentwicklung weit verbreitet. Auch PHP ist ähnlich wie Python dynamisch typisiert. PHP ist freie Software und unter allen Plattformen verfügbar und sehr einfach einzurichten.
Auch in PHP bleibt es dem Programmierer überlassen, ob er einen strukturierten oder objektorientierten Ansatz wählt.
Ein besonders großer Vorteil für Anfänger: PHP verzeiht dem Programmierer sehr viel. Man kann einige Fehler machen und dennoch tut das Programm am Ende wie es soll. Aber genau hier liegt auch das Problem: Man wird als Anfänger nur mit sehr viel Disziplin lernen sauber zu programmieren. Genau das macht es für den Anfänger wieder ungeeignet.

Java

Die Sprache Java ist besonders im Business Bereich und bei der App Entwicklung unter Android sehr weit verbreitet (Tiobe Index Platz 1). Ein großer Vorteil von Java ist die Plattformunabhängigkeit. Nicht nur die Entwicklungswerkzeuge sind für alle Plattformen kostenlos verfügbar, sondern ein Java Programm ist (zumindest in der Theorie) ohne Anpassung auf allen Plattformen für die es eine JVM gibt lauffähig.
Auch für Java gibt es eine ganze Reihe von Bibliotheken und Modulen für eine Vielzahl von Aufgaben.
Der Nachteil von Java als Lehrsprache ist die hohe Lernschwelle für Einsteiger. Java ist vollständig objektorientiert. Mit ein wenig Klempnerei ist es zwar auch möglich mehr oder minder strukturiert zu programmieren, aber Java ist klar für objektorientierte Programmierung designt. Für den Einsteiger mit keinerlei Programmiererfahrung ist das nicht der richtige Ansatz.

C++

 Die Eierlegende Wollmilchsau. C++ ist ebenfalls weit verbreitet (Tiobe Index Platz 4). Viele andere Programmiersprachen (darunter Java, C#, D, …) sind syntaktisch an C++ angelehnt. Kann man einmal C++ programmieren, so fällt es einem relativ einfach andere Sprachen die an C++ angelehnt sind zu lernen.
C++ ermöglicht es dem Programmierer sehr frei zu entscheiden, welches Programmiermodell er nutzt. Ein strukturierter Ansatz ist genauso möglich wie ein objektorienterter.
Für C++ gibt es eine große Reihe an Bibliotheken und der C++ Compiler g++ ist für alle Plattformen als freie Software erhältlich.
Aber auch C++ bietet für den Anfänger eine sehr große Hürde. Anders als die oben genannten Sprachen muss man sich in C++ per Hand um die Speicherverwaltung kümmern. Das ist besonders für Anfänger schwierig.
Hat man jedoch einmal verstanden wie C++ funktioniert, so wird man auch mit anderen Programmiersprachen oftmals ohne große Probleme zurechtkommen. Gleichzeitig lernt viel darüber wie ein Computer intern arbeitet.

Schlussfolgerung

Die perfekte Programmiersprache um sie in der Schule zu lehren gibt es nicht. Ein Kompromiss wäre die Differenzierung zwischen Anfängern und Fortgeschrittenen.

In der neunten und zehnten Klasse sollte für alle Schüler verpflichtend der Informatikunterricht stattfinden. In diesen beiden Jahren werden die Grundlagen der Programmierung mit der Sprache Python gelehrt. So ist die Einstiegshürde für alle Schüler möglichst niedrig gehalten.

In der Oberstufe können Schüler das Fach Informatik freiwillig weiterführen. Neben theoretischen und allgemeinen Aspekten der Informatik sollte hier in Q1 eine Vertiefung der bisherigen Programmierkenntnisse stattfinden. Als Sprachen stünden hier Java oder C++ zu Auswahl. Auch wenn mein persönlicher Favorit C++ ist würde ich dazu tendieren Java zu lehren. C++ in einem Halbjahr zu lehren würde nicht funktionieren, dafür ist die Sprache einfach zu komplex.

Ein ganz normaler Schultag

Herr Schneidereit unterrichtet Mathe und Deutsch am Heinrich Faust Gymnasium in Bad Pudel. Die Schule wird auch von den beiden Schülern Sabine und Rolf besucht. Beide gehen in die neunte Klasse, Sabine ist in der Klasse von Herrn Müller und Rolf ist in der Klasse von Frau Meier. Wie alle Schüler des Heinrich Faust Gymnasiums haben sie einen Tabletcomputer der von der Schule für den Unterricht gestellt wird.

Der Schultag von Rolf beginnt heute um 8.00 Uhr mit einer Doppelstunde Deutsch. In der gleichen Zeit hat Sabine eine Doppelstunde Politik und Wirtschaft. Beide brauchen von zu Hause etwa eine Halbe Stunde in die Schule. Dazu kommen noch 20 Minuten zum Aufstehen und für das Frühstück.

Um zehn nach sieben klingelt das Tablet von Sabine und weckt sie. Das Tablet kennt ihren Stundenplan und weiß wie lange sie vom Aufstehen bis in die Schule braucht. Auch bei Rolf würde jetzt das Tablet klingeln und ihn wecken. Glücklicherweise hat das Tablet aber die Information vom Schulserver bekommen, dass Herr Schmidt krank ist und Rolfs ersten beiden Stunden daher ausfallen. Er kann also bequem weiterschlafen und wird automatisch zwei Schulstunden später geweckt und kommt so pünktlich zu Latein in der Dritten Stunde.

Während Rolf also weiter schläft macht Sabine sich fertig und fährt in die Schule. In der Bahn schaut sie auf ihr Tablet: drei neue Nachrichten. Zwei Nachrichten wurden automatisch vom eLearning System der Schule erstellt. Die erste ist eine Erinnerung, dass Sabine heute Abend bis 23.00 Uhr noch ein Referat online abgeben muss. Die zweite ist eine Einladung zum Infoabend für die Klassenfahrt am Ende des Schuljahres. Die letzte Nachricht ist von Petra, einer Freundin mit der Sabine an dem Referat arbeitet. Sabine beantwortet die Nachricht und schickt Petra ihren vorläufigen Entwurf vom Handout.

In der Schule angekommen geht Sabine direkt zum Politik und Wirtschafts Unterricht. Die Stunde findet heute nicht wie gewohnt im dritten Stock statt, da der Klassenraum heute neu gestrichen wird. Ihr Tablet informiert sie rechtzeitig vorher über den Raumwechsel.
Wie immer hat Herr Müller ein tagesaktuelles Thema für die Stunde: der sprunghafte Anstieg der Preise für Schrauben der Größe M7 mit Linksgewinde. Die Preise haben sich am abend zuvor fast verdoppelt. Zu dem Thema hat Herr Müller auch schon einen Artikel und weiterführende Links in den virtuellen Kurs im eLearning System eingetragen. Die Schüler haben zehn Minuten Zeit sich den Artikel durchzulesen, den Rest der Stunde wird über die Auswirkungen im Hinblick auf die Freie Marktwirtschaft diskutiert.

Pünktlich zur dritten Stunde ist auch Rolf in der Schule. In Latein wird gerade Ceasar  “De Bello Gallico” übersetzt. Der Originaltext, der über das Internet frei und kostenlos verfügbar ist, wurde am Anfang des Schuljahres von Frau Werner über das eLearning System der Schule allen Schülern bereitgestellt und kann im Unterricht von den Schülern über ihre Tablets gelesen werden. Begleitend zu dem Originaltext finden die Schüler auch eine Musterübersetzung, ein Latein Wörterbuch und verschiedene Interpretationsansätze sowie zusätzliche Hintergrundinformationen im eLearning System. Passend zum Thema zeigt Frau Werner regelmäßig alte Karten und andere Informationen via Beamer im Unterricht. Auch diese Informationen können sich die Schüler später online noch einmal anschauen.

Während Rolf in Latein sitzt hat Sabine Mathe bei Herrn Schneidereit. Als die Schule vor einiger Zeit überlegt hat die klassischen Tafeln in den Klassenräumen durch moderne Smartboards zu ersetzen hat sich Herr Schneidereit vehement dagegen gewehrt. Als Lehrer vom alten Schlag bevorzugt der die klassische Tafel. Außerdem sind Smartboards mit Preisen jenseits von 2000€ bei über 30 Klassenräumen finanziell unsinnig. Nichtsdestotrotz benutzt Herr Schneidereit die Tafel heute nur noch selten. Über die letzten zwei Jahre hat der sich daran gewöhnt statt an einer Tafel am Computer zu schreiben. Die Schule stellt hierzu ein Kontingent von speziellen Tablets bereit. Diese können von Lehrern für den Unterricht geliehen werden. Im Klassenraum schließt man das Tablet einfach an den dort fest installierten Beamer an. Herr Schneidereit schreibt die Rechenbeispiele die er früher an der Tafel gemacht hat jetzt am Computer. Die Schüler können dies über den Beamer mitverfolgen. Vorteil: das Tafelbild kann später im eLearning System von den Schülern runtergeladen werden um z.B. für Klausuren zu lernen.
Hausaufgaben gibt es nicht mehr auf kopierten Blättern, sondern direkt über das eLearning System der Schule. Diese können vom Schüler auf dem Tablet oder dem heimischen Computer betrachtet und runtergeladen werden. Die Aufgaben und Beispiele nimmt Herr Schneidereit aus einem kostenlosen Mathebuch. Dieses wird ähnlich wie die Wikipedia von einer Gemeinschaft aus Schülern, Lehrer, Studenten und Anderen über das Internet geschrieben. Ändert ein Benutzer etwas, so wird die Änderung von einer Fachkraft gegengelesen und auf Korrektheit geprüft. So wird sichergestellt, das sich keine Fehler einschleichen. Über die Jahre ist das Buch gewachsen und hat heute eine umfangreiche Sammlung von Aufgaben und Beispielen zu allen Themen.
Bei Bedarf kann sich ein Schüler auch ein Blatt ausdrucken. Hierzu stehen jedem Schüler 30 kostenlose Seiten pro Schulhalbjahr zur Verfügung. Weitere Seiten können gegen eine geringe Gebühr pro Seite gedruckt werden. Gerechnet wird weiter auf normalem Papier. Auch Hausaufgaben werden auf Papier abgegeben. Das hat sich im Matheunterricht als praktischer erwiesen als ein elektronisches Heft.

Nach Mathe hat Sabine noch Deutsch. Dort behandeln sie gerade Schillers “Die Räuber”. Das Buch gibt es frei über das eLearning System der Schule und kann von den Schülern auf ihrem Tablet gelesen werden. Anmerkungen und Kommentare sind ebenfalls möglich. Dazu gibt es noch weitere Sekundärliteratur und anderes Zusatzmaterial.
Die Hausaufgaben in Deutsch werden üblicherweise auf dem Computer geschrieben und online abgegeben. Das System überprüft automatisch im Hintergrund, ob mehrere Schüler den gleichen Text abgegeben haben. Sollte dies der Fall sein wird der Lehrer automatisch informiert. Die abgegebenen Hausaufgaben werden dann entweder alle oder nur Stichprobenartig von Herrn Schneidereit korrigiert. Eine Bewertung und Feedback erfolgen ebenfalls online und können dort vom Schüler eingesehen werden.

Während Sabine Schillers Räuber genießt ist Rolf heute an der Reihe sein Referat in Bio zu halten. Die Präsentation und das Handout hat er am Abend vorher über das eLearning System abgegeben. Seine Mitschüler können sich sie Präsentation und das Handout hier direkt anschauen oder runterladen. Auch die Bewertung für das Referat ist später online zu finden. Natürlich kann diese nur von den Beteiligten eingesehen werden. Um das Referat zu halten verbindet Rolf sein Tablet via WLAN das überall in der Schule zur Verfügung steht mit dem Beamer. In dem Referat zur Feldheuschrecke zeigt Rolf zusätzlich zur klassischen Präsentation noch ein kurzes Video und er spielt ein kurzes Beispiel der für die Heuschreckenart typischen Zirp-Geräusche über die im Klassenraum montierten Lautsprecher vor.

Am Abend macht Rolf seine Mathehausaufgaben. Da er an einer Stelle nicht weiter kommt schaut er im Matheforum des eLearning Systems der Schule nach, ob jemand anderes das gleiche Problem und vielleicht eine Lösung hat. Fehlanzeige. Leider ist auch im Chat gerade niemand online der ihm die Frage beantworten könnte. Daher erstellt er im Forum ein neues Ticket mit seiner Frage. Dieses kann von seinen Mitschülern oder einem Lehrer beantwortet werden. Zusätzlich gibt es auch noch Tutoren, Schüler aus einem höheren Jahrgang, die freiwillig in einem oder mehreren Fächern anderen Schülern Fragen beantworten.
Zusätzlich zu den Schüler-Tutoren hat die Schule vor kurzer Zeit ein Projekt ins Leben gerufen, um die Schüler noch besser zu unterstützen: für jeden Fachbereich beschäftigt die Schule einen oder mehrere Studenten, die im eLearning System helfen und einmal die Woche eine Sprech-und Übungsstunde anbieten. Die Schüler bekommen so die Möglichkeit nicht verstandene Dinge noch einmal erklärt zu bekommen. Auf diese Weise bekommen insbesondere schwächere Schüler die Möglichkeit nicht hinten abzukippen. Gleichzeitig werden die Lehrer entlastet.

 

Ist so etwas denn überhaupt möglich? Alles nur Wunschdenken? Nein. Die nötige Technologie gibt es schon heute zu bezahlbaren Preisen. Der Punkt an dem die “Schule 2.0″ heute scheitert ist leider ausschließlich die Schulpolitik. Anstatt moderne Mittel zu nutzen um die Bildung zu verbessern wird an alten Strukturen festgehalten. Schade. Man könnte so viel machen. Man könnte so viel besser machen.