Classmind – Informationsmanagement für Ihre Schule

Ich hatte vor einiger Zeit bereits über eines meiner Projekte geschrieben. In diesem Projekt geht es um die Entwicklung einer modernen und flexiblen eLearning-und Verwaltungsplattform für Schulen. Classmind unterstützt neben klassichen eLearning Komponenten (Aufgaben, Arbeitsmaterial, Kommunikation, …) die Schule bei der Verwaltung.

Die Lehrerinnen und Lehrer profitieren von modulen wie einem digitalen Klassenbuch (Verspätungen, Fehlstunden, …), einem Modul zur Notenverwaltung und natürlich der Arbeitsersparnis durch die eLearning Plattform.

Auch die Schulleitung profitiert von der schnelleren und komfortableren Notenverwaltung, die u.a. auch das automatische Erstellen und Drucken von Zeugnissen am Schuljahresende ermöglicht.

Nicht zuletzt profitieren natürlich auch die Schüler von Classmind. Dazu gehören ein individueller Stundenplan, der automatisch über Ausfälle und Änderungen informiert, eine Übersicht der eigenen Leistungen, die für mehr Transparenz sorgt, und natürlich alle Vorteile der eLearning Plattform wie dem Frage-und Diskussionsmodul für Aufgaben und Arbeitsmaterial.

Classmind ist von der internen Architektur so aufgebaut, dass eine Schule nach Bedarf weitere Module zu dem Kernsystem dazubuchen kann. Das können z.B. Module für Kurswahlen, Lehrmittelverwaltung oder Stundenplanverwaltung sein. Es ist denkbar, dass es zu einem späteren Zeitpunkt auch für Drittanbieter eine Möglichkeit geben wird Module für Classmind zu entwickeln.

Neben den Aspekten der einfachen und übersichtlichen Bedienbarkeit, der Modularität und Flexibilität legen wir einen besonderen Focus auf die Einhaltung des Datenschutzes. Hierzu arbeiten wir seit Herbst des letzten Jahres mit dem Hessischen Datenschutzbeauftragtem zusammen. Dieser unterstützt uns in Fragen Datenschutz, damit wir alle Vorgaben und Regelungen einhalten, die für die Verarbeitung von Pädagogischen-und Verwaltungsdaten gelten. Entsprechend fallen auch unsere technischen Maßnahmen aus: Vollverschlüsselte Datenübertragung, Rollenbasierte Zugangskontrolle und in der Zukunft Zwei-Faktor Authentifizierung für besonders sensible Daten, die derzeit noch nicht erhoben werden.

Zum aktuellen Zeitpunkt befinden wir uns in einem Pilotprojekt mit einer Schule, dass auch von HDSB begleitet wird. In dieser Pilotphase testen wir Classmind im realen Schuleinsatz, um Fehler zu beseitigen. Parallel dazu erweitern wir Classmind um weitere Funktionen. Dabei haben alle Teilnehmer der Pilotphase, aber auch sonstige Lehrerinnen und Lehrer sowie Schüler, die Möglichkeit mitzubestimmen, welche Funktionen Classmind in Zukunft bekommen soll.

Ab dem Sommer wird Classmind im begrenzten Umfang für weitere Schulen zur Verfügung stehen. Wir werden uns dann zunächst auf wenige Schulen konzentrieren (~5-10) um auch weiterhin guten Support leisten zu können.

Ein Closed Beta Zugang ist auf Anfrage möglich.

eLearning als Ergänzung zum Schulunterricht

Aus gegebenen Anlass möchte ich gerne ein paar Zeilen über ein Projekt schreiben an dem ich mit zwei Kollegen seit ein paar Monaten arbeite: Eleanor.

Eleanor ist der Arbeitstitel für eine eLearning Plattform. Nun gibt es bereits eine ganze Reihe an verschiedenen Lösungen die alle eine eLearning Plattform bereitstellen. Moodle, Olat und Ilias sind nur drei relativ bekannte Vertreter einer ganzen Familie von Produkten. Alle Lösungen haben ihre eigenen Stärken und Schwächen. Alle diese Plattformen haben jedoch eins gemeinsam: sie sind auf den Einsatz in der Hochschule konzipiert.
Nun kann man diese Plattformen natürlich auch in der Schule einsetzen. Möchte man nur die verschiedenen Kurse (=belegte Unterrichtsfächer) online nachbilden und über diese virtuellen Klassenräume beispielsweise Unterrichtsmaterial bereitstellen sind diese Lösungen ausreichend. Möchte man jedoch darüber hinaus auch verschiedene Verwaltungstätigkeiten die in der Schule anfallen über diese Plattformen abwickeln so ist das meistens nicht möglich oder mit einem hohen Aufwand verbunden.

Mit Eleanor wollen wir diese Lücke schließen. Neben dem althergebrachtem virtuellen Klassenzimmer – ein konservatives Modell – bringen wir eine Reihe von neuen Konzepten und Möglichkeiten in den Schulalltag.

Das versprochene Ziel von Eleanor ist die Verbesserung der Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern sowie zwischen Lehrern. Dabei versuchen wir nicht ein schulinternes Soziales Netzwerk zu schaffe. Soziale Netzwerke gibt es genug. Und weder Schüler noch Lehrer wollen außerhalb des Unterrichts viel Zeit in einem uncoolen Schulsystem verbringen. Deshalb reduzieren wir die nötige Interaktion mit Eleanor auf ein Minimum. Eleanor läuft im Hintergrund und unterstützt Schüler und Lehrer bei ihrer Arbeit ohne dabei aufdringlich zu werden. Sowohl für Schüler als auch für Lehrer wird Eleanor den Schulalltag erleichtern, insbesondere Lehrer die zusätzlich zum Unterricht noch verschiedene Verwaltungsaufgaben in der Schule haben.

Eleanor ist wie viele andere eLearning Lösungen eine Webapplikation. Hierdurch erreichen wir eine maximale Kompatibilität mit den verschiedenen Betriebssystemen. Da Eleanor auf unseren Servern betrieben wird muss sich der Nutzer nicht mit technischen Fragen auseinander setzen. Wenn ein Server nicht richtig funktioniert, dann wird er von uns schnellstmöglichst ersetzt. Im Idealfall merken die Nutzer hiervor garnichts.
Damit alle Daten die mit der Zeit anfallen möglichst sicher sind nutzen wir keine große Cloudlösung bei der Server weltweit verteilt sind, sondern setzen auf eine in Deutschland betriebene Infrakstruktur.

Noch möchte ich nicht zu genau auf die einzelnen Details und Funktionen von Eleanor eingehen. Hierzu wird sehr bald die Gelegenheit kommen da wir uns stetig der ersten stabilen Version nähern (das erste Release ist für Ende dieser Woche geplant).

Eleanor ist keine freie Software. Wir haben uns bewusst hierfür entschieden. Auf diese Weise können wir selbst entscheiden wie wir Eleanor weiterentwickeln (wir haben sehr konkrete Pläne für die Zukunft) und wir können garantieren, dass eine Weiterentwicklung auch wirklich stattfindet. Zusätzlich können wir nur so einen entsprechenden Service und eine kurze Reaktionszeit bei Problemen und Bugs anbieten.

Auch nach dem ersten Release wird Eleanor noch nicht für den Produktivbetrieb zur Verfügung stehen. Da wir eine hohe Qualität garantieren wollen werden zunächst nur wenige Schulen an einer geschlossenen Beta Phase teilnehmen.

Wir haben zwar sehr konkrete Vorstellungen in welche Richtung sich Eleanor entwickeln soll, dennoch nehmen wir gerne Wünsche und Vorschläge für Änderungen und Ergänzungen an. Hierdurch können wir eine optimal an den Schulalltag angepasste Lösung schaffen. Daher kooperieren wir bereits seit dem ersten Entwicklungstag mit Lehrern und Schulen, um nicht an der Relität vorbei zu entwickeln.

Wer sich für die Teilnahme an der Beta Phase interessiert, egal ob Sie eine Schule repräsentieren oder privat interessiert sind, kann gerne per E-Mail Kontakt mit mir aufnehmen.

Ein ganz normaler Schultag

Herr Schneidereit unterrichtet Mathe und Deutsch am Heinrich Faust Gymnasium in Bad Pudel. Die Schule wird auch von den beiden Schülern Sabine und Rolf besucht. Beide gehen in die neunte Klasse, Sabine ist in der Klasse von Herrn Müller und Rolf ist in der Klasse von Frau Meier. Wie alle Schüler des Heinrich Faust Gymnasiums haben sie einen Tabletcomputer der von der Schule für den Unterricht gestellt wird.

Der Schultag von Rolf beginnt heute um 8.00 Uhr mit einer Doppelstunde Deutsch. In der gleichen Zeit hat Sabine eine Doppelstunde Politik und Wirtschaft. Beide brauchen von zu Hause etwa eine Halbe Stunde in die Schule. Dazu kommen noch 20 Minuten zum Aufstehen und für das Frühstück.

Um zehn nach sieben klingelt das Tablet von Sabine und weckt sie. Das Tablet kennt ihren Stundenplan und weiß wie lange sie vom Aufstehen bis in die Schule braucht. Auch bei Rolf würde jetzt das Tablet klingeln und ihn wecken. Glücklicherweise hat das Tablet aber die Information vom Schulserver bekommen, dass Herr Schmidt krank ist und Rolfs ersten beiden Stunden daher ausfallen. Er kann also bequem weiterschlafen und wird automatisch zwei Schulstunden später geweckt und kommt so pünktlich zu Latein in der Dritten Stunde.

Während Rolf also weiter schläft macht Sabine sich fertig und fährt in die Schule. In der Bahn schaut sie auf ihr Tablet: drei neue Nachrichten. Zwei Nachrichten wurden automatisch vom eLearning System der Schule erstellt. Die erste ist eine Erinnerung, dass Sabine heute Abend bis 23.00 Uhr noch ein Referat online abgeben muss. Die zweite ist eine Einladung zum Infoabend für die Klassenfahrt am Ende des Schuljahres. Die letzte Nachricht ist von Petra, einer Freundin mit der Sabine an dem Referat arbeitet. Sabine beantwortet die Nachricht und schickt Petra ihren vorläufigen Entwurf vom Handout.

In der Schule angekommen geht Sabine direkt zum Politik und Wirtschafts Unterricht. Die Stunde findet heute nicht wie gewohnt im dritten Stock statt, da der Klassenraum heute neu gestrichen wird. Ihr Tablet informiert sie rechtzeitig vorher über den Raumwechsel.
Wie immer hat Herr Müller ein tagesaktuelles Thema für die Stunde: der sprunghafte Anstieg der Preise für Schrauben der Größe M7 mit Linksgewinde. Die Preise haben sich am abend zuvor fast verdoppelt. Zu dem Thema hat Herr Müller auch schon einen Artikel und weiterführende Links in den virtuellen Kurs im eLearning System eingetragen. Die Schüler haben zehn Minuten Zeit sich den Artikel durchzulesen, den Rest der Stunde wird über die Auswirkungen im Hinblick auf die Freie Marktwirtschaft diskutiert.

Pünktlich zur dritten Stunde ist auch Rolf in der Schule. In Latein wird gerade Ceasar  “De Bello Gallico” übersetzt. Der Originaltext, der über das Internet frei und kostenlos verfügbar ist, wurde am Anfang des Schuljahres von Frau Werner über das eLearning System der Schule allen Schülern bereitgestellt und kann im Unterricht von den Schülern über ihre Tablets gelesen werden. Begleitend zu dem Originaltext finden die Schüler auch eine Musterübersetzung, ein Latein Wörterbuch und verschiedene Interpretationsansätze sowie zusätzliche Hintergrundinformationen im eLearning System. Passend zum Thema zeigt Frau Werner regelmäßig alte Karten und andere Informationen via Beamer im Unterricht. Auch diese Informationen können sich die Schüler später online noch einmal anschauen.

Während Rolf in Latein sitzt hat Sabine Mathe bei Herrn Schneidereit. Als die Schule vor einiger Zeit überlegt hat die klassischen Tafeln in den Klassenräumen durch moderne Smartboards zu ersetzen hat sich Herr Schneidereit vehement dagegen gewehrt. Als Lehrer vom alten Schlag bevorzugt der die klassische Tafel. Außerdem sind Smartboards mit Preisen jenseits von 2000€ bei über 30 Klassenräumen finanziell unsinnig. Nichtsdestotrotz benutzt Herr Schneidereit die Tafel heute nur noch selten. Über die letzten zwei Jahre hat der sich daran gewöhnt statt an einer Tafel am Computer zu schreiben. Die Schule stellt hierzu ein Kontingent von speziellen Tablets bereit. Diese können von Lehrern für den Unterricht geliehen werden. Im Klassenraum schließt man das Tablet einfach an den dort fest installierten Beamer an. Herr Schneidereit schreibt die Rechenbeispiele die er früher an der Tafel gemacht hat jetzt am Computer. Die Schüler können dies über den Beamer mitverfolgen. Vorteil: das Tafelbild kann später im eLearning System von den Schülern runtergeladen werden um z.B. für Klausuren zu lernen.
Hausaufgaben gibt es nicht mehr auf kopierten Blättern, sondern direkt über das eLearning System der Schule. Diese können vom Schüler auf dem Tablet oder dem heimischen Computer betrachtet und runtergeladen werden. Die Aufgaben und Beispiele nimmt Herr Schneidereit aus einem kostenlosen Mathebuch. Dieses wird ähnlich wie die Wikipedia von einer Gemeinschaft aus Schülern, Lehrer, Studenten und Anderen über das Internet geschrieben. Ändert ein Benutzer etwas, so wird die Änderung von einer Fachkraft gegengelesen und auf Korrektheit geprüft. So wird sichergestellt, das sich keine Fehler einschleichen. Über die Jahre ist das Buch gewachsen und hat heute eine umfangreiche Sammlung von Aufgaben und Beispielen zu allen Themen.
Bei Bedarf kann sich ein Schüler auch ein Blatt ausdrucken. Hierzu stehen jedem Schüler 30 kostenlose Seiten pro Schulhalbjahr zur Verfügung. Weitere Seiten können gegen eine geringe Gebühr pro Seite gedruckt werden. Gerechnet wird weiter auf normalem Papier. Auch Hausaufgaben werden auf Papier abgegeben. Das hat sich im Matheunterricht als praktischer erwiesen als ein elektronisches Heft.

Nach Mathe hat Sabine noch Deutsch. Dort behandeln sie gerade Schillers “Die Räuber”. Das Buch gibt es frei über das eLearning System der Schule und kann von den Schülern auf ihrem Tablet gelesen werden. Anmerkungen und Kommentare sind ebenfalls möglich. Dazu gibt es noch weitere Sekundärliteratur und anderes Zusatzmaterial.
Die Hausaufgaben in Deutsch werden üblicherweise auf dem Computer geschrieben und online abgegeben. Das System überprüft automatisch im Hintergrund, ob mehrere Schüler den gleichen Text abgegeben haben. Sollte dies der Fall sein wird der Lehrer automatisch informiert. Die abgegebenen Hausaufgaben werden dann entweder alle oder nur Stichprobenartig von Herrn Schneidereit korrigiert. Eine Bewertung und Feedback erfolgen ebenfalls online und können dort vom Schüler eingesehen werden.

Während Sabine Schillers Räuber genießt ist Rolf heute an der Reihe sein Referat in Bio zu halten. Die Präsentation und das Handout hat er am Abend vorher über das eLearning System abgegeben. Seine Mitschüler können sich sie Präsentation und das Handout hier direkt anschauen oder runterladen. Auch die Bewertung für das Referat ist später online zu finden. Natürlich kann diese nur von den Beteiligten eingesehen werden. Um das Referat zu halten verbindet Rolf sein Tablet via WLAN das überall in der Schule zur Verfügung steht mit dem Beamer. In dem Referat zur Feldheuschrecke zeigt Rolf zusätzlich zur klassischen Präsentation noch ein kurzes Video und er spielt ein kurzes Beispiel der für die Heuschreckenart typischen Zirp-Geräusche über die im Klassenraum montierten Lautsprecher vor.

Am Abend macht Rolf seine Mathehausaufgaben. Da er an einer Stelle nicht weiter kommt schaut er im Matheforum des eLearning Systems der Schule nach, ob jemand anderes das gleiche Problem und vielleicht eine Lösung hat. Fehlanzeige. Leider ist auch im Chat gerade niemand online der ihm die Frage beantworten könnte. Daher erstellt er im Forum ein neues Ticket mit seiner Frage. Dieses kann von seinen Mitschülern oder einem Lehrer beantwortet werden. Zusätzlich gibt es auch noch Tutoren, Schüler aus einem höheren Jahrgang, die freiwillig in einem oder mehreren Fächern anderen Schülern Fragen beantworten.
Zusätzlich zu den Schüler-Tutoren hat die Schule vor kurzer Zeit ein Projekt ins Leben gerufen, um die Schüler noch besser zu unterstützen: für jeden Fachbereich beschäftigt die Schule einen oder mehrere Studenten, die im eLearning System helfen und einmal die Woche eine Sprech-und Übungsstunde anbieten. Die Schüler bekommen so die Möglichkeit nicht verstandene Dinge noch einmal erklärt zu bekommen. Auf diese Weise bekommen insbesondere schwächere Schüler die Möglichkeit nicht hinten abzukippen. Gleichzeitig werden die Lehrer entlastet.

 

Ist so etwas denn überhaupt möglich? Alles nur Wunschdenken? Nein. Die nötige Technologie gibt es schon heute zu bezahlbaren Preisen. Der Punkt an dem die “Schule 2.0″ heute scheitert ist leider ausschließlich die Schulpolitik. Anstatt moderne Mittel zu nutzen um die Bildung zu verbessern wird an alten Strukturen festgehalten. Schade. Man könnte so viel machen. Man könnte so viel besser machen.