Linux als Alternative zu Windows

Die Stadt München hat vor einigen Jahren beschlossene ihre IT Infrastruktur im Bereich der Engeräte, also den PCs in den verschiedenen Behörden, auf Linux umzustellen. Vorher wurden hier Produkte aus dem Haus Microsoft benutzt. In einer aktuellen Diskussion prüft die Stadt München offenbar die Rückkehr zu einer Microsoft basierten Lösung. Aus diesem Anlass möchte ich gerne ein paar Gedanken zu der Thematik Linux vs. Windows loswerden.

Für alle Andwendungsfälle gibt es Lösungen die besser oder schlechter funktionieren als andere. Privat benutze ich heute deshalb drei unterschiedliche Betriebssysteme.

Wie viele habe ich beim Einstieg in die IT Welt einen Computer mit einem Betriebssystem aus dem Hause Microsoft verwendet. Nach zehn Jahren bin ich 2007 auf eine Apple basierte Lösung umgestiegen. Inzwischen benutze ich in erster Linie Linux. Obwohl ich die allermeisten Aufgaben mit Linux erfüllen kann, nutze ich parallel sowohl ein Windows System wie auch Mac OS X. Beide benutze ich für spezielle Aufgaben: Windows zum spielen und Mac OS X für Audio und Video Aufnahmen und Schnittarbeiten. Für alles andere nutze ich ausschließlich Linux.

Wenn man sich heute überlegt von einer Windows basierten Lösung auf ein Linux umzusteigen, dann ist der Umstieg sehr viel leichter als noch vor wenigen Jahren. Geht man zehn Jahre zurück, dann war es für einen durchschnittlichen Computer Nutzer äußerst umständlich und anstregend ein Linux auf den eigenen Computer zu installieren. Das hat sich jedoch geändert. Heute gibt es verschiedene Linux Distributionen (~Ausfertigungen), die sich genauso komfortabel installieren lassen wie man es z.B. von Apple gewöhnt ist. Der Nutzer wählt am Anfang der Installation die gewünschte Sprache aus und wird dann über einen leicht verständlichen Dialog durch die Installation geführt. Dabei nehmen einige Linux Distributionen sogar rücksicht auf ggf. vorhandene Windows Installationen: Der Nutzer wird gefragt, ob man die bestehende Installation behalten möchte. Bejaht man diese Frage, dann kann man in der Zukunft beim Einschalten des Computers auswählen, ob man mit dem gewohnten Windows oder mit Linux arbeiten möchte.

Die alten Probleme, dass es keine (guten) Treiber für die eigene Hardware gibt, sind glücklicherweise vorbei. Quasi bei allen Computern, egal ob Desktop Gerät oder Notebook, findet Linux bei der Installation eigenständig alle nötigen Treiber. Dazu muss der Computer nur mit dem Internet verbunden sein (bei der Einrichtung des Internetzugangs wird der Nutzer ebenfalls von Linux angeleitet). Nur bei sehr wenig Hardware muss man ggf. per Hand Treiber nachinstallieren. Keine Treiber gibt es quasi nur noch für besonders exotische Hardware, die aber für die allermeisten Nutzer, egal ob zu Hause oder im Büro, keine Rolle spielt.

Aus meiner Tätigkeit als Administrator von verschiedenen Netzwerken kann ich erfahrungsgemäß sagen, dass ich deutlich mehr Treiberprobleme bei Windows basierten Systemen habe. Selbst bei Produkten die “Windows xyz zertifiziert” sind gibt es oft Ärger bei der Treiberinstallation.

Hat man Linux einmal installiert, dann stehen einem sofort eine Reihe von Anwendungen zur Verfügung. Darunter Programme wie Webbrowser, E-Mail Client, Office Programme und Audio-Video-Player. Die Anwendungsprogramme, insbesondere Office Programme wie Libre Office, sind inzwischen so ausgereift, dass sie mit den kommerziellen Lösungen oft nicht nur mithalten können, sondern diese im Leistungsumfang sogar überholen. Wenn man jedoch die Office Produkte aus dem Hause Microsoft gewöhnt ist, benötigt man ggf. eine kurze Eingewöhnungsphase, bis man sich an die kleinen Unterschiede in der Bedienung gewöhnt hat. Hierfür gibt es auch verschiedene Schulungen, die z.B. an Volkshochschulen besucht werden können. Wenn Unternehmen oder Behörden auf ein Produkt wie Libre Office umsteigen, dann können diese für ihre Mitarbeiter eine entsprechende Schulung anbieten.

Alle wichtigen Programme sind seit geraumer Zeit auch in einer deutschen Sprachversion verfügbar, die normalerweise bereits installiert und als Standard eingerichtet wird, wenn man bei der Installation von Linux die passende Sprache wählt.

Eine Schwierigkeit beim Umstieg auf Linux ist die große Auswahl an unterschiedlichen Distributionen. Alle Distributionen haben ihre Stärken und schwächen. Für den Einsteiger ist Linux Mint derzeit am Besten geeignet. Hier sind bereits alle wichtigen Programme vorinstalliert und die Installation ist sehr komfortabel. Eine Alternative zu Linux Mint für den Einsteiger ist Ubuntu.
Für den Einsatz in Unternehmen und Behörden hingegen würde ich Debian oder eine auf Arch Linux basierende Lösung empfehlen. Insbesondere Arch Linux eignet sich nicht für den Einsteiger, da die Installation und Einrichtung des Systems sehr komplex ist. Dafür bietet es einige andere Vorteile. Da in Unternehmen und Behörden die Anwender normalerweise nicht für die Installation und Wartung des Betriebssystems zuständig sind, sondern ein Admisistrator, ist das aber kein Problem. Der Anwender bekommt nach der Installation die gleiche, komfortable Benutzeroberfläche mit allen Andwendungen präsentiert, wie bei den Einsteiger Distributionen. Für den Administrator, der das entsprechende Fachwissen hat, ist es nur ein einmaliger geringer Mehraufwand, ein solches System zu installieren. Dafür profitieren sowohl der Administrator wie auch der Endanwender von den zusätzlichen Features, die Arch Linux mit sich bringt.

Grundsätzlich ist es auch möglich eine eigene Linux Distribution zu bauen. Das ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Während eine eigene Distribution den großen Vorteil hat, dass man diese genau auf den eigenen Bedarf zurecht stutzen kann, hat man zusätzliche Arbeit die Distribution auch aktuell zu halten. Wenn man ein ausreichend hohes Budget und die nötigen Fachkräfte hat, dann stellt das kein Problem dar. Wenn man sich aber die Situation bei Behörden anschaut, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass die selbstgebaute Distribution schnell veraltet. Das wiederum führt zu Sicherheitslücken und anderen Fehlern, unter denen die Anwender zu leiden haben.

Insgesamt kann man sagen, dass Linux soweit ist, dass man es sowohl im privaten Umfeld wie auch in Unternehmen und Behörden gut einsetzen kann, ohne dass die Anwender darunter leiden müssen.

Umstieg auf Owncloud

Owncloud ist eine freie Open Source Lösung um seine eigene (private) mini Cloud aufzusetzen. Der Name Cloud ist dabei insofern irreführend, dass es eigentlich keine Cloud (mehrere im Intener verteilte Hosts) ist, sondern eine Software die verschiedene Dienste wie Dropbox, Kalender-und Adresssynchonisierung und Andere bereitstellt.

Owncloud kann man sich frei runterladen und auf dem eigenen Server installieren. Als Server kann entweder ein ausrangierter PC oder z.B. ein Raspberry Pi dienen, der von zu Hause aus über den normalen DSL Anschluss mit dem Internet verbunden ist. Alternativ kann man natürlich auch einen Server irgendwo im Rechenzentrum mieten und Owncloud darauf betreiben. Die Installation ist sehr einfach und dank einer ausführlichen Dokumentation auch ohne fundiertes Hintergrundwissen möglich.

Hat man Owncloud installiert, so kann man Owncloud verwenden um seine Kalender und Adressbücher zwischen mehreren Geräten zu synchronisieren. Dazu bietet Owncloud auch noch die Möglichkeit Dateien ähnlich wie bei Dropbox oder anderen Anbietern zwischen verschiedenen Geräten abzugleichen. Für alle gängigen Betriebssysteme gibt es hierzu entsprechende Client Software.

Der große Vorteil gegenüber Herstellerspezifischer Lösungen hat man hier selbst die Kontrolle über seine Daten, externe Dienstleister haben keinen Zugriff. Owncloud unterstützt auch direkt out of the Box eine Serverseitige Verschlüsselung: die eigenen Daten sind auf diese Weise zunächst ein Stück weit geschützt. Dennoch empfiehlt es sich sensible Daten weiterhin mit zusätzlichen Tools wie Truecrypt zu verschlüsseln, um eine echte Ende zu Ende Verschlüsselung zu haben. Denn bei der reinen serverseitigen Verschlüsselung liegt auch der Schlüssel irgendwo auf dem Server. Ein Angreifer der die Kontrolle über den Server übernimmt wäre so in der Lage die verschlüsselten Daten zu lesen.

Soweit hat mein Wechsel auf Owncloud reibungslos funktioniert. Auf allen Clients funktioniert der Sync ohne Probleme.

BOINC – Verteiltes Rechnen für die Wissenschaft

Ich habe mich in den letzten Tagen mit dem großartigen Projekt BOINC auseinandergesetzt:
BOINC – Verteiltes Rechnen im Hintergrund. Nutze die Ressourcen deines Computers die du gerade nicht brauchst um bei wissenschaftlichen Projekten zu helfen.

Ein üblicher PC nutzt wenn er eingeschaltet ist nur einen kleinen Bruchteil seiner Leistung. Wenn man sich anschaut das der standard PC heute mit zwei, vier oder mehr Kernen daherkommt und nicht selten eine leistungsfähigen Grafikkarte im Computer steckt ist das eine ganze Menge Rechenpower die nicht genutzt wird. Der BOINC Client, den man einfach und kostenlos runterladen kann, nutzt die Ressourcen die man gerade nicht braucht um an von dir bestimmten Projekten mitzurechnen.
Schaut man z.B. gerade einen Film oder ist auf Facebook & Co. unterwegs hilfst du bei der Forschung nach neuen Medikamenten, der Optimierung des LHC oder der Suche nach extraterrestrischem Leben. Brauchst du die Ressourcen selbst (zum Zocken, Arbeiten, …) pausiert BOINC automatisch und man hat die volle Leistung seines PCs für eigene Zwecke zur Verfügung.

Ich kann jedem empfehlen BOINC zu installieren um eines oder mehrere Projekte zu unterstützen. Die Liste ist lang und reicht von Krebsforschung und Proteinfaltung über Physikalische Simulation zur Erstellung von Astronomischen Modellen und der Suche nach extraterrestrischem Leben (SETI). Besonders die Nerds und Geeks da draußen haben meistens leistungsstarke Rechner von denen diese Projekte profitieren können.

Wer möchte kann sich auch einem Team anschließen oder ein eigenes gründen. So kann man beispielsweise an Challenges teilnehmen, bei denen man möglichst viel Rechenpower zur Verfügung stellt.

Auch für Unternehmen bietet es sich an auf den meist unterforderten PCs den BOINC Client zu installieren. Das kostet das Unternehmen nichts und ist gut für das Unternehmensbild.